Freitag, 23. Februar 2018

Rezension Nr. 26/2018: Dominik erbt ein Schloß - Band 1 der Sophienlust Reihe (Patricia Vandenberg)

Eine großartige Familienserie
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Zum Inhalt:

Sophie von Wellentin saß in ihrem Lehnsessel in dem riesigen Wohnraum des Gutshauses, das sich seit vier Generationen im Besitz ihrer Familie befand. Wohlgemerkt in ihrer Familie, nicht in derer von Wellentin. »Sophienlust« hatte ihre lebensfrohe Großmutter es einstmals genannt. Sie hatte dem Haus und auch ihr, der Enkelin, diesen Namen gegeben. Aber Sophie von Wellentin war bei weitem nicht so lebensfroh wie ihre verstorbene Ahnin. Der Notar Dr. Brachmann, nicht viel jünger als die Gutsherrin, betrachtete die alte Dame mit wachsamen Augen. Gestern hatte sie ihren fünfundsiebzigsten Geburtstag gefeiert. Sie hatte sich sehr zusammengenommen, doch heute bemerkte man, wie erschöpft sie war.

»Sie wundern sich bestimmt, daß ich Sie heute nochmals rufen ließ, lieber Doktor Brachmann?« fragte sie mit ihrer leisen angenehmen Stimme. »Ich möchte mein Testament ändern«, fuhr sie fort. »Und zwar noch heute, denn ich habe keine Zeit mehr zu verlieren.« »Sie wollen Ihr Testament ändern?« fragte der Anwalt verblüfft. »Aber Sie haben doch gar keine Angehörigen, außer Ihrem Sohn und seiner Gattin.« »Das meinen Sie, und das meinen die anderen«, erklärte sie spöttisch. »Ich aber weiß seit vier Wochen, daß ich einen Urenkel besitze.« »Einen Urenkel?« wiederholte Dr. Brachmann ungläubig. »Dietmar ist seit fünf Jahren tot!«


Mein Leseeindruck:

Vor einigen Jahren hatte ich bereits einige Bände dieser Reihe gelesen. Nachdem ich nun aber auf einem Flohmarkt den ersten Band dieser Familienserie entdeckt hatte, wollte ich die Reihe mal von Anfang an lesen, denn nur so konnte ich die Protagonisten wachsen sehen und auch die Geschichte von Beginn an verstehen.

Da dieses Heft nur ca. 100 Seiten umfasst, möchte ich gar nicht so viel über den Inhalt der Geschichte erzählen, um die Spannung zu wahren.

Sehr schön fand ich das aufgezeigte Engagement, mit dem Denis das Kinderheim zu einem neuen Zuhause werden lässt. Aber auch Nik (Dominik) gefällt mir mit seinem kindlichen Enthusiasmus sehr gut. Bei Charakteren wurden sehr eindrucksvoll ausgearbeitet und gerade der kleine Nik hatte ich sofort in mein Herz geschlossen.

Klar, dass nicht alles reibungslos und ohne Stolpersteine verläuft, aber auch das fand ich sehr authentisch dargestellt.

Der kleine Knirps auf dem Cover könnte in der Tat Nik sein, soll heißen, das Cover wurde passend zu Story ausgewählt.

Fazit:

Nachdem ich nun wieder auf den Geschmack gekommen bin, möchte ich mehr über das Kinderheim wissen und an den Schicksalen der kleinen Racker teilhaben. Aus diesem Grunde wird es wohl nicht bei Band 1 bleiben.

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Donnerstag, 22. Februar 2018

Rezension Nr. 25/2018: Mord im Badehaus - Band 4 der Fährmannstochter Myntha Reihe (Andrea Schacht)

Badermeister Juppes war rechtschaffen müde. (1. Satz)
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Zum Inhalt:

Die Bademagd Molly war allseits beliebt – besonders bei Männern, denn sie geizte nicht mit ihrer Gunst –, aber nun ist sie tot. Ermordet! Myntha, die Tochter des Fährmanns von Mülheim, ist entsetzt, als ihre Brüder ihr diese Nachricht bringen. Verdächtige gibt es genug: zum Beispiel den Pfarrer, der Mollys Dienste gerne genossen hatte, oder der Hauptmann der Wache. Doch als Myntha klar wird, dass auch ihre beiden Brüder die schreckliche Tat begangen haben könnten, ermittelt sie auf eigene Faust – und stößt auf ein tragisches Schicksal und einen verzweifelten Täter …

Mein Leseeindruck:

Nachdem mir Band 1 (Die Fährmannstochter) und 2 (Die silberne Nadel) nur so mittelmäßige gefallen hatten, Band 3 (Das Gold der Raben) aber total spannend und unterhaltsam war, musste ich nun auch unbedingt die Fortsetzung lesen.

Auch dieses Mal ist der Geschichte ein Dramatis Personae (=Personenverzeichnis) vorangestellt. Ich finde so eine Aufzählung der Protagonisten immer sehr hilfreich, da sie mir vorab schon mal einen kleinen Einblick gewähren und z.B. auch Verwandtschaftsverhältnisse übersichtlich halten.

Im Vorwort erläutert die Autorin zwei Themen. Zum Einen das Badehaus, in welchem das Vergnügen, sprich die Entspannung (in jeglicher Wese) im Vordergrund steht, und zum Zweiten die Raubritter, die ihre ursprüngliche Gesinnung verloren haben.

Kommen wir aber zur eigentlichen Geschichte, die kaum angefangen schon mit Rückblick auf den Vorgängerband gewährt. So ganz unabhängig scheint diese Geschichte wohl doch nicht zu sein, da immer wieder auf das Rheingold, vom Vorgängerband, angespielt wird. Hier sollte man wirklich zuvor Band 3 gelesen haben, da die Zusammenhänge sonst nicht klar sind.

Die kleinen dialektische Einlagen haben mir sehr gut gefallen, auch wenn ich manche Sätze 2-3 mal lesen musste, um sie zu verstehen. Aber nun ja, so hat eben jede Region ihren Dialekt. So ein kleine Worterklärung am Ende des Buches hätte ich dennoch begrüßt.

Diese Story ist sehr abwechslungsreich und man springt von dem einen Handlungsstrang zum Anderen. Beide sind spannend, wobei mir die Mordgeschichte doch etwas besser gefiel. 
Am Ende hatte ich jedoch das Gefühl, als würde etwas fehlen. Oder wollte man unbedingt noch eine Fortsetzung daraus machen und hat den Schluss dieser Story einfach weggelassen? Gerade die Liebelei fand ich zum Schluss irgendwie seltsam und unausgewogen. Schade!
Merkwürdig war auch, dass nach dem letzten Satz so gar nichts mehr kam. Nur noch eine weiße Seite. Wäre es ein Film, würde ich sagen, dass der Abspann fehlt.

Kurz nach zu Cover und Klappentext:
Meiner Meinung nach, wurde das Cover wieder sehr passend zur Story ausgewählt. Man sieht eine Frau (ob es nun Mythna darstellen soll?) und im Hintergrund eine große Stadt, evtl. Köln. Stimmig zu den bisherigen Covern der Reihe.
Der Klappentext gibt nicht allzuviel preis und macht deshalb neugierig. Neugierig auf Molly, aber auch neugierig, ob die beiden Brüder wirklich etwas damit zu tun haben.

Fazit:

Einen Punkt ziehe ich ab, da sehr viele Rückblicke mit Anspielungen auf den Vorgängerband sind. Wer diesen jedoch nicht gelesen hat, dem dürften die Zusammenhänge nicht ganz schlüssig erscheinen. Klar, es animiert dann zum Kauf der kompletten Reihe, jedoch bleibt der Lesegenuss für dieses Buch auf der Strecke. Zugleich hätte ich mir am Ende des Buches ein Register mit Worterklärungen gewünscht, da nicht jeder den rheinischen Dialekt spricht und die mittelalterlichen Begriffs deuten kann. Ich denke, dass eine einzige Seite bei diesem Buchformat ausreichend und ohne großen Aufwand zu bewerkstelligen gewesen wäre.

Einen weiteren Punkt ziehe ich für den Schluss ab. Für mich hatte es den Anschein, als hätte man mitten in der Geschichte abgebrochen, schnell irgendein Ende gebastelt, so dass für einen Nachfolgeband noch etwas von der Story übrig blieb. Kein Abspann ... gar nichts. Nur noch eine leere Seite.


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Dienstag, 20. Februar 2018

Rezension Nr. 24/2018: Aschenputtel - Band 1 der Fredrika Bergman Reihe (Kristina Ohlsson)



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Zum Inhalt:

Hochsommer in Schweden. Es regnet Bindfäden. Der voll besetzte Schnellzug nach Stockholm muss außerplanmäßig halten. Eine junge Frau tritt hinaus aufs Bahngleis, um ungestört zu telefonieren – und wird von ihrer Tochter getrennt, als der Zug ohne Vorwarnung weiterfährt. Der Schaffner wird alarmiert, doch als er das kleine Mädchen abholen will, ist es spurlos verschwunden. Das Ermittlerteam um Kommissar Alex Recht und Fahndungsspezialistin Fredrika Bergman wird auf den Fall angesetzt. Als wenig später ein zweites Kind verschleppt wird, wird der Fall zu einem Albtraum …

Mein Leseeindruck:

Ich hatte schon vieles über die Reihe mit Fredrika Bergman gehört bzw. gelesen, aber irgendwie hatte es das Buch nicht wirklich in meine Hände geschafft. Nun, durch eine Challenge war es soweit. Der erste Band dieser Serie wurde endlich von meinem SUB (für alle Unwissenden: Stapel Ungelesener Bücher) geschafft.
Schon der fünfseitige Prolog zeigt, welches Gewaltpotenzial dieser Thriller für seine Leserschaft bereit hält.

Die Protagonisten wurden sehr detailliert charakterisiert. Fredrika wird als etwas unnahbar, strebsam, aber auch nicht teamfähig beschrieben. Aber eigentlich ist sie auf der Suche. Die Suche nach Geborgenheit und Liebe. Deshalb wohl auch ihre über viele Jahre bereits andauernde Liebschaft zu ihrem ehemaligen Professor. Ihr ist klar, dass sie niemals die erste Stelle in seinem Leben einnehmen wird, dennoch fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Ja, und da ist dann aber auch noch die biologische Uhr.


Fazit:

Stellenweise war der Thriller leider etwas langatmig und ich hatte das Gefühl, die Autorin müsste die Story gewaltsam etwas in die Länge ziehen. Sehr zum Leidwesen der Spannung. Die Thematik fand ich sehr gelungen, wenngleich auch nicht wirklich neu oder spektakulär. Dennoch werde ich auch den zweiten Band der Reihe lesen. Möglicherweise haben sich dort die Charakteren etwas gefestigt und die Autorin hat nochmal an der Spannungsschraube gedreht.

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